Eine Artikelserie von Mellany Amar
Geschafft!
Drei Tage vor dem offiziellen Ende unserer Crowdfunding-Kampage für die Technik und Kulisse der Tanzshow “Drei Rosen” haben wir die gesamte Finanzierungssume erreicht.
1190 Euro – die und alle weiteren Zahlungen, die bis zum 09.11.12 bei Startnext eingehen, werden uns abzüglich der Paypal-Gebühren ausgezahlt.
Ganz, ganz lieben Dank an alle Unterstützer dieser Kampagne!
Ziehen wir mal Resumee – was hat gut geklappt?
Was können wir anderen Crowdfundern empfehlen?
Wir haben im Laufe der Zeit fast alle Dankeschöns auf Facebook vorgestellt (dort haben wir die meisten Kontakte) und allen Supportern, zum Teil mit Verlinkung, gedankt (denen, die nicht anonym bleiben wollten).
Nach und nach haben wir diese Meldungen auf anderen Plattformen (G+, Twitter, Youtube) gepostet. Viele haben unsere Postings geteilt, v.a. die Mitwirkenden der Show und “echte” Freunde. Das hat uns sehr geholfen und die Kampagne, die längere Durststrecken erlebte, am Leben gehalten.
Fotos
Ganz wichtig sind Fotos. Links alleine interessieren die wenigsten, zumal die ja mehr oder weniger immer auf die gleichen Seiten hinweisen (Startnext und die Seite meiner Tanzschule).

Foto eines Kulissenteils, mit diesem Kommentar bei Facebook & Co. gepostet: "Hanan und Mellany haben gestern gebastelt. Unser Ergebnis nach 4h und unsere Frage an Euch: Was stellt das dar?"
Lieber ein Bild dazu (Kostüm, Kulisse, Auftritt einer Mitwirkenden usw.). Auch wenn ich persönlich kein Fan von Fotos auf Facebook & Co. bin, die meisten anderen Internetnutzer scheinen sie zu lieben
.
Also, ganz wichtig: Ganz viele Fotos von jedem noch so unwichtig erscheinenden Vorgang online stellen. Natürlich vorher mit den Personen auf diesen Fotos sprechen und die Erlaubnis zur Veröffentlichung einholen.
Videos
Videos sind noch besser als Fotos.
Wenn ich mir meine Facebook-Statistiken und die Statistiken meiner Website so anschaue: Die sind jedes Mal in die Höhe geschossen, sobald wir ein Video online gestellt haben.
Unser Tipp: Habt bei allem, was auch nur entfernt mit Eurer Kampagne zu tun hat, stets ein Aufnahmegerät dabei.
Netzwerk
Die meisten unserer Supporter kennen wir persönlich oder sie stammen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der Mitwirkenden. Unser Crowdfunding-Thema ist so speziell, das nur wenige bis keine völlig Fremden hierfür Geld geben würden.
Ein großes Netzwerk, viele echte Freunde und engagierte Mitwirkende sind bei unserem Nischenthema ein absolutes Muss.
Schaut Euch um: Wer kauft die Eintrittskarten zu Euren Shows? Wer unterstützt Euch auch in anderen Dingen? Wer ist ein Fan von Euch (im wahren Leben, nicht bei Facebook)? Wer hat eine große “Fangemeinde” und Einfluss im Internet oder in Eurer Stadt? Einen gut gehenden Blog? Diese Leute müsst Ihr ansprechen. Die können Euch unterstützen und helfen, weitere Unterstützer zu finden.
Kommen wir zu den Flops und Hindernissen
Die Internetphobie
Viele Menschen schrecken davor zurück, sich irgendwo im Internet anzumelden oder gar Online-Banking-Methoden zu nutzen. Ohne Anmeldung geht es aber nicht. Auf die Idee, einfach Fake-Daten anzugeben, kommen die meisten anscheinend nicht… Lediglich eine gültige E-Mail-Adresse braucht es. Die Überweisung kann ganz traditionell per Überweisungsträger getätigt werden.
Bei zwei unserer Unterstützer habe ich die Überweisung übernommen – beide kenne ich persönlich und gut. Sie haben mir vertraut und mir das Geld bar in die Hand gedrückt. Alles weitere habe ich für sie erledigt. Auch zwei Fake-Accounts eingerichtet, um das Geld einzuzahlen. Eine Lösung des Problems kann das aber nicht sein.
Um Leute außerhalb des Internets zu erreichen, haben wir Crowdfunding-Flyer drucken lassen, auf denen wir über unsere Kampagne informiert haben.
Spart´s Euch. Diejenigen, die nicht über das Internet von Eurer Kampagne erfahren, werden auch kein Supporter auf Startnext, nur weil sie einen Flyer in der Hand halten. Der Schritt vom Lesen des Flyers bis zur Registrierung auf Startnext.de ist einfach zu groß.
Die Einladefunktion auf Startnext.de
Eigentlich eine gute Idee: Der Starter kann auf Startnext.de eine E-Mail verfassen und sie an seine E-Mail-Kontakte versenden.Der Betreff der E-Mail wird allerdings automatisiert erstellt. Im E-Mail-Postfach des Angeschriebenen wirkt das wie Spam. Die Leute, die ich über diese Funktion auf unsere Kampagne aufmerksam machen wollte, konnten mit der Plattform Startnext, die im Betreff erwähnt wird, gar nichts anfangen.
Da schickt ihnen jemand (den sie vielleicht gerade noch so am Absender erkennen) eine Einladung zu irgendeiner Internetplattform – also, ich verschiebe solche dubiosen Mails ungelesen in den elektronischen Papierkorb.
Vermutlich ist diese Mail bei vielen der über 200 Leute, die ich auf diesem Wege angeschrieben habe, genau dort gelandet. Und nie geöffnet worden. Eine einzige Frau hat reagiert – und gemeckert
. Niemand ist meines Wissens nach wegen dieser Einladung Fan, geschweige denn Unterstützer geworden.
Meine abschließende Einschätzung: Wenn der Betreff individuell gestaltet werden könnte, wäre diese Funktion durchaus wertvoll. Aktuell ist sie es unserer Erfahrung nach nicht.
Keine Statistiken
Ich habe keine Möglichkeit, anhand von Statistiken die Anzahl der Besucher auf meiner Startnext-Seite zu überprüfen. Ich kann nicht abschätzen, ob Posting A mir mehr Besucher gebracht hat, ob das Video B die Leute auf unsere Startnextseite geschleust hat, wieviele Leute überhaupt dort reingesehen haben. Ich habe keinerlei Kontrolle über die Qualität und den Erfolg meiner Maßnahmen.
So fischt man als Starter ziemlich im Trüben…
Bearbeitung der Dankeschöns
Die Bearbeitung der Informationen auf der Kampagnenseite ist während der Finanzierungsphase nicht möglich. Das ist auch gut so. Aktualisierungen können dort über ein Projekt-Update eingespeist werden. Startnext bietet aber an, dass Dankeschöns, die noch nicht gebucht wurden, jederzeit überarbeitet werden können.
Nun ja, ich würde den Vorgang “Löschen und komplett neu anlegen” nicht als Überarbeiten bezeichnen…
Und zu Korrigieren gibt es immer was: Ein Dankeschön, das nicht läuft, sollte angepasst werden. Eventuell mit dem Preis runtergehen (ohne die Ausgaben für das Dankeschön aus den Augen zu verlieren!), einen Bonus ergänzen usw. Dafür muss ich das alte Dankeschön löschen und ein komplett Neues anlegen – das ginge auch einfacher…
Fazit
Auch, wenn wir jetzt einige negative Punkte aufgezählt waren, waren wir mit unserer Kampagne auf Startnext.de sehr zufrieden. Und würden es jederzeit wieder machen. Wir können diese Plattform uneingeschränkt empfehlen und hoffen, dass Ihr mit unseren Tipps einige Crowdfunding-Klippen umschiffen könnt.

Ausschnitt aus unserem Drei Rosen-Medley während der Orienta-Messe in Hofheim am 03.11.12 - Foto: R. Rossbacher
Für Fragen und Anregungen stehen wir gerne zur Verfügung.
Unsere Kampagne wird auch weiterhin als erfolgreiches Projekt bei Startnext einzusehen sein.
Unser nächstes Ziel: Ausverkauftes Haus am 24.11.12 in Frankfurt – noch können Karten reserviert werden
.
Viele Grüße,
Melanie
Screenshot-Quellen: OT pur-Facebookseite & Startnext.de
Crowdfunding im Orientalischen Tanz – Alle Artikel
- Teil 1 – Möglichkeiten der Finanzierung einer Show
- Teil 2 – Crowdfunding und Vorbereitungsphase
- Teil 3 – Startphase & Dankeschöns
- Teil 4 – Die Finanzierungsphase
- Teil 5 – Resumée
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