Mein Rückzug von facebook

Facebook-GrafikVielleicht habt ihr es bemerkt, vielleicht nicht, ich hatte es in meinem Monatsrückblick auch schon angekündigt und versprochen noch ein paar Worte dazu zu verlieren. Worum es geht? Um meinen Rückzug von facebook.

Bevor ich auf die Gründe eingehe, die mich dazu bewogen haben, möchte ich jedoch ein paar Sachen klarstellen, ehe es zu Missverständnissen kommt. Wenn ich sage, dass ich mich von facebook zurück ziehe, dann bedeutet das für mich in aller erster Linie, dass ich weniger Zeit dort verbringen will und dass ich nicht mehr aktiv posten möchte.

Es heißt nicht, dass ich alle meine Profile löschen werde und es heißt auch nicht, dass ihr mich über facebook nicht mehr erreichen könnt. Sondern es heißt hauptsächlich, dass ich meine Inhalte auf meiner eigenen Plattform (d.h. hier im Blog) haben möchte, wo ich machen kann, was ich will und die Kontrolle darüber nicht länger einem externen Anbieter (d.h. facebook) anvertrauen muss. Im besten Fall folgen die Diskussion und die Kommentare nach.

Ich sehe in facebook ein Medium zur Kommunikation, in dem ich auf Dinge, die außerhalb von facebook passieren, aufmerksam machen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Dass ich diesem Portal nun den Rücken kehren will, hat folgende Gründe:

Ich kann mit meiner Seite nicht machen, was ich will

Bisher dachte ich ja, wenn ich eine Seite erstelle, ist das meine Seite mit der ich machen kann, was ich will. Es stellte sich kürzlich heraus, dass facebook das nicht so sieht. Denn um den Namen meiner Seite zu ändern, muss ich bei facebook einen Antrag stellen (ich dachte ja erst, das wäre ein Scherz) und nachweisen (!!!), dass der Namen meines Unternehmens sich geändert hat. Und hierfür reicht eine Webseite oder ein Logo nicht aus, sondern man soll am besten eine Stromrechnung oder Ähnliches einreichen. Ahahaha.

Ich muss wahrlich gestehen, dass dies der Auslöser gewesen ist, der dazu geführt hat, meine facebook Politik radikal zu überdenken. Ich habe in all meine Seiten (aber in die Y2B-Seite ganz besonders) viel Zeit, Mühe und auch Geld gesteckt und ich sehe nicht ein, mich von facebook derartig bevormunden zu lassen. Ich möchte Änderungen vornehmen, wann und warum es mir passt und ich brauche niemanden, von dem ich mir dafür Genehmigungen einholen muss.

Ich meine, facebook ist immerhin nicht die Wikipedia oder so etwas ähnliches, wo es darum geht, ein objektives neutrales Bild von einem Unternehmen zu zeichnen und Kritiker zu Wort kommen zu lassen, sondern bietet meinem Unternehmen ein Profil, auf dem ich mich einseitig präsentieren kann.

Meine Beiträge erreichen nur ein Viertel meiner Fans

Screenshot facebookIch habe mich ja schon einmal darüber echauffiert, aber eigentlich noch nicht laut genug: facebook versteckt einen Großteil der Beiträge vor seinen Usern. Dies betrifft eure Freunde ebenso, wie die Unternehmensseiten, die ihr geliked habt. facebook blendet einen Großteil der Statusmeldungen einfach aus. Und warum?

Die Antwort ist schlicht und einfach: Geld. Denn für einen kleinen Obolus verwandelt facebook meinen Beitrag in eine Werbeanzeige und zeigt sie allen meinen Fans. Beiträge, für die ich nicht bezahlt habe, erreichen nur etwa ein Viertel meiner Fans. Das Bild zeigt, wie das im Falle meiner Yuliyah-Seite aussieht.

Ich gehe davon aus, dass die Menschen, denen meine Seite gefällt, auch meine Beiträge angezeigt bekommen möchten, sonst hätten sie schließlich nicht auf Gefällt Mir geklickt. Facebook verhindert dies aktiv und blendet meine Beiträge absichtlich bei einem Großteil meiner Fans aus. Wenn mehr Leute meine Beiträge sehen sollen, muss ich dafür bezahlen. Bin ich die Einzige, die das für Erpressung hält?

Hinzufügen sollte man vielleicht, dass facebook noch am Anfang dieser Entwicklung steht und zukünftig noch stärker kommerzialisiert werden wird (Immerhin müssen sie auch Einnahmen vorweisen können). Erst letzte Woche wurde das neue Feature Sponsored Posts für Privatnutzer eingeführt. Meiner Meinung nach wird facebook dadurch zunehmend unattraktiver. Um nicht zu sagen überflüssig.

Aufwand und Nutzen stehen in keinem Verhältnis

Wir alle wissen, dass facebook ein riesiger Zeitfresser ist. Allerdings hatte ich – so wie alle Anderen wahrscheinlich auch – immer die Hoffnung, dass sich die auf facebook verbrachte Zeit irgendwie auszahlt, z.B. durch mehr Besucher auf meiner Website oder mehr Anfragen oder Bekanntheit allgemein.

Ich habe verschiedene Methoden im Umgang mit facebook getestet und ich komme zu dem Schluss, dass Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis steht – eben auch aus dem Grund, dass meine Beiträge nur noch sehr wenig Leute erreichen.

Wieso soll ich Zeit, Energie und Inhalte in eine Plattform stecken, die mich bewusst sabotiert und mir die volle Kontrolle über meine Seite und meine Inhalte vorenthält? Kann ich meine Zeit nicht viel sinnvoller dafür nutzen mehr Beiträge auf Y2B zu verfassen? Ich finde schon und darum ziehe ich meine Aktivitäten von facebook zurück.

Was nun?

Meine facebook Profile werden von nun an ausschließlich automatisiert Inhalte posten (z.B. von tumblr, pinterest oder meine Blogbeiträge). Ich werde also nicht grundsätzlich weniger präsent sein, es sei denn facebook blendet mich aus, aber dafür kann ich ja nichts. Wen die automatischen Beiträge stören oder nerven, der möge mich blocken, ausblenden oder entfreunden. Ich werde das sicher nicht persönlich nehmen.

Ich möchte alle bitten, die Y2B aktiv verfolgen möchten und über neue Beiträge informiert werden wollen, einen ANDEREN Weg als facebook dafür zu wählen. Ich kann nicht garantieren, dass ihr über facebook meine Beiträge angezeigt bekommt. Ich habe hier zahlreiche Möglichkeiten aufgeführt, wie ihr Y2B abonnieren könnt.

Für die, die nicht über jeden einzelnen Beitrag informiert werden möchten, habe ich kürzlich einen monatlichen Newsletter eingerichtet. Wenn ihr euch bis zum 23. Oktober dafür eintragt, könnt ihr sogar etwas gewinnen.

Ich werde das Internet NATÜRLICH nicht verlassen und ich freue mich, dass ich nun wieder mehr Zeit habe mich mit meinen mittlerweile drei Blogs zu beschäftigen und ich werde mich hoffentlich bald wieder verstärkt auf die Suche nach alternativen sozialen Netzwerken machen können. Denn die gute Nachricht ist: Es gibt Alternativen zu facebook und die werden – so meine Prognose – mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, während facebook den Bach hinunter geht.

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13 Responses to Mein Rückzug von facebook

  1. Melanie says:

    Liebe Yuliyah,
    alles alte Hüte… – wenn ich das mal so sagen darf ;) .
    Alles bekannt und schon immer Facebook-Politik gewesen.

    Allerdings kann ich Deine Aufregung darüber nachvollziehen. Facebook nutzt seine “Monopolstellung” gewaltig aus. Und andere Netzwerke werden nachziehen (falls jetzt wieder einer mit dem ach so tollen G+ kommen möchte ;) ).

    Bis auf Punkt “Aufwand und Nutzen”. Hier sieht es bei OT pur zum Glück ganz anders aus. Facebook hat sich für mich als tolles Marketingmittel erwiesen. Der Aufwand wird in meinem Falle auch belohnt. Alleine schon die Kontakte und Zusammenarbeit, die sich auf Facebook für mich mit vielen, vielen anderen Tänzerinnen und Dozentinnen ergeben haben, sind für mich unbezahlbar.

    Natürlich muss man im Auge behalten, was die Zukunft bringen wird. Das Facebook Geld verdienen will, ist kein Geheimnis. Ich gebe zu, gerade das Kostenlose hat bei Facebook ja den Reiz ausgemacht…

    Wie sind Deine Erfahrungen mit Pinterest?
    Liebe Grüße,
    Melanie

  2. Maharet says:

    Liebe Yuliyah,

    ich folge Dir ja schon seit einiger Zeit (zuerst hier und erst später zusätzlich auf Facebook^^) und das bleibt auch mit Sicherheit so. Ich muß Dir vollkommen Recht geben, indem was Dich an Facebook stört, denn genau so sieht es aus.

    Wenn ich nicht wirklich freie Zeit habe, dann poste ich auch automatisiert und fahre damit ganz gut. Ich nutze Facebook ausschließlich ohne zu zahlen und nehme deswegen in Kauf, das der eine oder andere eben nicht informiert ist. Aber die Leute, die es wirklich interessiert kommen auch auf die Seiten direkt (und das wird bei Dir denke ich nicht anders sein) und insofern ist alles was zusätzliche Kosten verursacht eher unnötig.

    Mit alternativen Netzwerken ist das so eine Sache, früher war Facebook die Alternative (beispielsweise zu MySpace, das eine ähnliche Entwicklung hatte und man auch nicht mehr ordentlich damit arbeiten konnte) und ich vermute mal, das es über kurz oder lang woanders genau so sein wird.

    Wenn Du was gutes findest, lass es uns wissen. Sicherlich schreibst Du ja auch dann den einen oder anderen Beitrag dazu…

    Liebe Grüße
    Maharet

  3. Melanie says:

    Und, ich habe noch eine Frage:

    Yuliyah´s Beiträge erreichen nur 1/4 ihrer Fans.
    War das vorher signifikant anders?
    Könnte das nicht einfach daran liegen, dass ein Teil der Fans die Postings nie sieht, weil sie zu anderen Uhrzeiten agieren (und nicht alle sind so wahnsinnig wie ich und schauen sich morgens an, was sie alles verpasst haben ;) ).
    Ich hoffe, ich nerve nicht, ist einfach ein spannendes und wichtiges Thema…

    Außerdem hat Facebook ja schon immer gesagt: Wenn jemand sich nie sein Interesse für Beiträge einer Seite oder eines Kontaktes bekundet (durch Likes oder Kommentare), werden ihm diese nach und nach auch weniger angezeigt – das ist kein Seitenproblem, sondern ein ganz allgemeiner Eingriff von Facebook in unser Social-Media-Leben (den ich übrigens auch nicht gutheiße – ich bin alt genug, selbst zu entscheiden, was ich sehen möchte und was nicht).
    Das bedeutet: Die Inhalte, die eine Seite postet müssen einfach immer so überragend sein, dass sie non-stop für gut befunden und weitergetragen werden. An und für sich ja eine gute Idee…

    • Yuliyah says:

      Das ist ja gerade der Punkt: Man muss mehr Zeit investieren, um mehr Beiträge zu posten und genau da kippt das Aufwand-Nutzen-Verhältnis. Ich habe mir in letzter Zeit sehr viel Mühe mit fb gegeben, (die ich besser in Y2B investieren sollte) und TROTZDEM kommen signifikant weniger Besucher von fb als noch vor einem halben Jahr.

      • Melanie says:

        Das mit dem Aufwand-Nutzen-Verhältnis verstehe ich. Das ist auch einfach sehr individuell. Vielen ist ja schon ein Posting pro Tag zu viel Arbeit – das ist auch in Ordnung.

        Habe mir jetzt auch nochmal meine Statistiken für OT pur für das letzte halbe Jahr angeschaut. Signifikanten Rückgang würde ich das nicht nennen. Es gibt vielleicht einen ganz leichten Rückgang in den Zahlen derjenigen, die das Posting gesehen haben, ja. Ich poste aber seit unserer Crowdfunding-Kampange auch einfach mehr. Die Leute verteilen sich anders?.
        Dafür ist die Viralität angestiegen. Bei der Anzahl der Leute, die darüber sprechen kann ich keine Tendenz erkennen.

        Na, auf jeden Fall wünsche ich Dir, dass Dir die Leute dafür jetzt Deinen Blog einrennen :) !

        Man müsste da jetzt nochmal genauer rangehen… Aber, DER Aufwand steht dann wirklich in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen ;)

        Es gibt natürlich Postings, die über OT pur hinausgehen, z.B., das Kongressvideo des BVOT. Natürlich schauen das mehr Leute, teilen das mehr Leute usw.. Ob das ausgerechnet OT pur was bringt, ist fragwürdig ;) .

        Ob diese Veränderungen an der Qualität der Postings liegen oder an Facbeook wage ich nicht zu entscheiden. Wird aber schon stimmen, dass Facebook an der Sichtbarkeit von Fanseiten gespielt hat – sonst verkaufen sich die, wie ich finde, sehr teuren Anzeigen nicht. Das werde ich auf keinen Fall machen. Vorher kehre ich Facebook ebenfalls den Rücken.

  4. Pingback: Die Nabelschau – Bato, facebook, Lady Gaga | Y2B

  5. Pingback: Die Nabelschau – Psyche, Geld, Neid & Missgunst | Y2B

  6. stine1 says:

    Oh wow, ich hielt das erst für einen Scherz als Facebook mich gefragt hat ob meine Beiträge alle sehen sollen….

  7. Pingback: Bauchtanz News Berlin – November 2012 | Y2B

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