2.5 Tanz im Alten Reich (2260 bis 2134 v.u.Z.)

von Maria Cristina VisentinZum Inhaltsverzeichnis

Darstellungen zeigen, dass im Alten Reich der Tanz bereits eine ästhetische, nichtreligiöse Funktion hat. Schreittänze mit einem strengen, kultischen Charakter wurden bei verschiedenen Gelegenheiten getanzt, unter anderem beim Totenkult, vor allem in der Pharao-Residenz und weniger in der Provinz. Die provinziellen Tänze, auch nichtreligiöse, wirken weniger formelhaft und festgelegt [22].


In der Vierten Dynastie gab es bereits angestellte Berufstänzerinnen, beispielsweise um für den Gastgeber während eines Festessens aufzutreten. Einige Musikerinnen sind namentlich überliefert und die Sängerin Iti der fünften Dynastie muss zu ihrer Zeit sehr bekannt gewesen sein.

Auch bei Darstellungen von „Tänzen beim Gastmahl“ sind sämtliche Elemente der strengen, akrobatischen und Sprungtänze, also religiöser Tänze, zu finden. Neu ist die Ersetzung einfacher Begleitung durch Klatschen oder Sistrenschlagen durch vielfältige Instrumente wie Harfen, Flöten und Lauten, die es für Tänzerinnen zur Selbstbegleitung in einer leicht handhabbaren Variante gab.

Später wurden Instrumente wie Oboen und Leiern importiert. Vermutlich symbolisiert die Oboe, die zum ersten Mal zu Beginn der 18. Dynastie um 1580 v.u.Z. auftaucht, mehr als alle anderen Instrumente Gefühle erotischen Verlangens. Als Perkussionsinstrumente dienten neben den bereits erwähnten Rasseln und Klappern verschiedene Trommeln, Becken, Gabelbecken, Glöckchen, Schellen sowie eine besondere Art von Tanzschmuck [23].

Laut E. Brunner-Traut konnten sich eine Tanzvorstellung jedoch nur Königskinder leisten und vermutlich unterhielt der Hof allein einen eigenen Harem mit Tänzerinnen [24].

>> 2.6 Männertänze >>

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Über diese Arbeit

Dies ist Teil 2.5 der Seminararbeit Tanz in Ägypten. Ursprünge, Weiterentwicklung und Verbindungen zum heutigen Tanz von Maria Cristina Visentin.

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Fußnoten

[22] – Vgl. Seybert-Marklowski, Eva (Havva)( 1995): Tanz im Alten Ägypten. In: TANZOriental, S. 22, zit. nach Brun-ner-Traut, Emma (1974): Die Alten Ägypter. Verborgenes Leben unter Pharaonen. Nach oben.

[23] – Vgl. Ebd., S. 18, 20, 23, zit. nach Hickmann, Hans (1966): Musikgeschichte in Bildern. Musik des Altertums: Ägypten; vgl. Manniche, Lise (1988): The Erotic Oboe in Ancient Egypt. In: The Archeology of Early Music Cultures, S. 191. Nach oben.

[24] – Vgl. Seybert-Marklowski, Eva (Havva)( 1995): Tanz im Alten Ägypten. In: TANZOriental, S. 20, zit. nach Brun-ner-Traut, Emma (1974): Die Alten Ägypter. Verborgenes Leben unter Pharaonen. Nach oben.

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